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Aufzeichnungspflichten bei Barumsätzen

Aufzeichnungspflichten bei Barumsätzen

Barumsätze bei der Einnahmen-Überschussrechnung richtig erfassen – zur Vermeidung einer Schätzung. Exceltabellen sind ungeeignet.

In einem Restaurant wurde der Gewinn mittels einer Einnahmen-Überschussrechnung ermittelt. Das Finanzamt folgte den abgegebenen Steuererklärungen. Anschließend führte es für die Jahre 2009 bis 2012 eine Außenprüfung durch. Der Prüfer vertrat die Meinung, dass die Buchführung aufgrund der dargestellten Kassenaufzeichnungen zu verwerfen sei. Diese seien als Einnahmennachweis ungeeignet.

Argumentation: Das Kassenbuch wurde in Form von Exceltabellen geführt, die veränderbar seien. Dies hatte zur Folge, dass das Finanzamt eine Hinzuschätzung zu den Umsätzen durchführte. Reaktion des Antragstellers: Er wehrte sich gegen die geänderten Steuerbescheide im Einspruchsverfahren, das ein Klageverfahren nach sich zog. Sein Ziel: „Aussetzung der Vollziehung der angefochtenen Bescheide.“

Die Entscheidung: Die Hinzuschätzung wurde als rechtmäßig beurteilt!
Hintergrund: Das Gericht konnte keine Zweifel an der Rechtmäßigkeit der angefochtenen Bescheide erkennen. Die Hinzuschätzung wurde als rechtmäßig angesehen.

Begründung:
Bei der Gewinnermittlung mittels Einnahmen-Überschussrechnung sind die allgemeinen Ordnungsvorschriften für die Buchführung zu beachten. Dazu ist eine fortlaufende, vollständige und richtige Erfassung der Geschäftsvorfälle erforderlich. Es besteht bei Bareinnahmen keine Pflicht zur Führung eines Kassenbuchs. Allerdings müssen die Tageseinnahmen, wenn sie in einer Summe erfasst werden, nachgewiesen werden. Als Beleg dienen die Kassenzettel. Dies war im vorliegenden Beispiel nicht der Fall.

Zu beachten:

  • Die Aufzeichnungen müssen unveränderbar sein.
  • Bei einer ausschließlichen Erfassung über Excel ist nicht sichergestellt, dass Daten nicht nachträglich geändert werden können.

Bei dem Anstragsteller aus unserem Beispiel kam hinzu, dass die Plausibilität der Aufzeichnungen nicht bestätigt wurde. Diese wurden als nicht plausibel eingestuft, so dass eine Hinzuschätzung als zulässig gewertet wurde.

Der Praxishinweis: Nachweis der Tagessummen und Aufbewahrung der Bons

Die Anforderungen an bargeldintensive Branchen sind weitestgehend angenähert an die Pflichten im Rahmen einer Kassenbuchführung. Der Steuerpflichtige muss neben der Tageseinnahmensumme auch die Bons aufbewahren. In Exceltabellen kann jederzeit eine Änderung vorgenommen werden.
Steuerpflichtige, die ihren Gewinn mittels Einnahmen-Überschussrechnung selber ermitteln, sollten in jedem Fall prüfen, ob ihre Aufzeichnungen noch den aktuellen Anforderungen der Finanzverwaltung entsprechen, zumal hinsichtlich der Anforderungen die Entwicklung in einem ständigen Fluss ist.

Wenn Sie hierzu Fragen haben oder wenn Sie vor einer Betriebsprüfung stehen und unsicher sind im Hinblick auf die Bewertung Ihrer Unterlagen, können Sie uns jederzeit ansprechen!

FG Hamburg, Beschluss v. 1.8.2016, 2 V 115/16, Quelle: Haufe Steuer office